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Fritz Löffler
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Eberhard Fritz Löffler (* 12. September 1899 in Dresden; â 15. Mai 1988 ebenda) war ein deutscher Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler, der sich besonders um die Erhaltung und Dokumentation der architektonischen DenkmĂ€ler seiner Heimatstadt Dresden verdient gemacht hat.
Contents
âą Leben
âą Wirken
âą WĂŒrdigung
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Fritz Löffler wurde 1899 als Sohn des Apothekers Gustav August Löffler geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und ab 1910 des König-Georg-Gymnasiums in Dresden wurde er 1917 Soldat im 2. Königlich-SĂ€chsischen FuĂartillerie-Regiment 19 im Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende bestand er sein Abitur und begann anschlieĂend ein Studium in den FĂ€chern Germanistik, Kunstgeschichte, Musikgeschichte, Romanistik, Theatergeschichte und Klassische ArchĂ€ologie in Jena, Berlin, Greifswald, Florenz und MĂŒnchen. Im Jahr 1927 wurde er in MĂŒnchen in Germanistik mit der Dissertation Das epische Schaffen Eduard von Keyserlings promoviert. AnschlieĂend war er als Assistent am Stadtmuseum Dresden tĂ€tig.
Löffler war vielfĂ€ltig kulturinteressiert und unter anderem mit Otto Dix, Hans Theo Richter und Theodor DĂ€ubler, dessen Nachlass er verwaltete, befreundet. Er war ein Förderer moderner KĂŒnstler, denen er zu Ausstellungsmöglichkeiten und öffentlicher Aufmerksamkeit verhalf. Löffler arbeitete unter anderem als SekretĂ€r der Dresdner Sezession 1932. Im Jahr 1937 wurde er von den nationalsozialistischen Stadtoberen wegen der âFörderung linker und entarteter Kunstâ aus seiner TĂ€tigkeit entlassen, obwohl er seit 1933 Mitglied des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten sowie seit 1934 SA-Mitglied war. Am 24. Juni 1937 hatte er die Aufnahme in die NSDAP beantragt und wurde rĂŒckwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.757.758).cite-ref-1[1]cite-ref-2[2] Danach war er beim âHeimatwerk Sachsenâ fĂŒr sĂ€chsisches Schrifttum verantwortlich und diente ab 1939 wieder als Soldat an der Westfront, bevor er 1942 aufgrund beruflicher Verfolgung in seiner Heimat nach Krakau ging. Hier organisierte er im Auftrag der NS-Regierung des Generalgouvernements Ausstellungen deutscher KĂŒnstler und schrieb u. a. fĂŒr die Zeitschrift Das Generalgouvernement.
Im Jahr 1945 wurde Löffler nach der Zerstörung Dresdens durch alliierte Luftangriffe wieder in die Dienste der Stadt gestellt und war danach fĂŒr die Betreuung und RĂŒckfĂŒhrung der evakuierten KunstschĂ€tze in Muskau verantwortlich, wo er das Kriegsende erlebte. 1947 wurde er ohne Angabe von GrĂŒnden fristlos entlassen. 1946 und 1949 organisierte er die noch gesamtdeutsche 1. und 2. Deutsche Kunstausstellung in Dresden.cite-ref-glaser-3-0[3]
Bis 1951 war Löffler bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und anschlieĂend bis zu seiner Pensionierung 1967 am Landesamt fĂŒr Denkmalpflege Sachsen tĂ€tig. Er setzte sich in dieser Zeit konsequent fĂŒr den Erhalt und Wiederaufbau architektonisch und historisch bedeutender Ruinen der Stadt ein. Auch nach seiner Pensionierung blieb Löffler weiterhin schriftstellerisch und publizistisch tĂ€tig und veröffentlichte unter anderem Monografien ĂŒber Dresdner KĂŒnstler des 20. Jahrhunderts, wie Otto Dix, Josef Hegenbarth, Johannes Beutner und Bernhard Kretzschmar. Sein fĂŒr Dresden bedeutendstes Werk war Das alte Dresden, das erstmals 1955 erschien und 2006 bereits in der 16. Auflage verlegt wurde. Darin zeichnet Löffler ausfĂŒhrlich die architektonische Entwicklung Dresdens bis 1945 nach. 1976 wurde unter maĂgeblicher Initiative Löfflers der Dresdner Graphikmarkt mit dem Ziel, zeitgenössische graphische Kunst fĂŒr jeden Interessenten zu erschwinglichen Preisen anzubieten, in Leben gerufen.cite-ref-4[4]
1982 wurde Löffler âauf Grund seines langjĂ€hrigen wissenschaftlichen und publizistischen Wirkensâ zum Ehrenmitglied des Verbands Bildender KĂŒnstler der DDR ernannt, und 1983 wurde er mit dem Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet, der jĂ€hrlich âfĂŒr hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der bildenden Kunst, der Literatur und der Musikâcite-ref-5[5] verliehen wurde.
Löffler fand seine letzte Ruhe auf dem ĂuĂeren Plauenschen Friedhof. Sein schriftlicher Nachlass wird in der SLUB Dresden aufbewahrt. Die in seinem Besitz befindlichen Kunstwerke hinterlieĂ Löffler den Staatlichen Kunstsammlungen. Vor seiner Wohnung auf der LiebigstraĂe 29, in der Löffler rund 30 Jahre lebte, erinnert heute eine Gedenktafel an ihn. Sie wurde von Wieland Förster geschaffen und anlĂ€sslich des 100. Geburtstages Löfflers im Jahr 1999 enthĂŒllt. Sie trĂ€gt das Zitat Theodor DĂ€ublers âDie Welt versöhnt und ĂŒbertönt der Geistâ.
Wirken
Der Denkmalpfleger Fritz Löffler
Löffler setzte sich gemeinsam mit dem Institut fĂŒr Denkmalpflege konsequent fĂŒr den Erhalt bzw. den Wiederaufbau der Ruinen historischer GebĂ€ude, wie des Dresdner Zwingers, des Dresdner Schlosses und der Frauenkirche ein. DafĂŒr wurde er von den sozialistischen Machthabern und vor allem dem Dresdner OberbĂŒrgermeister Walter Weidauer als âVerhinderer sozialistischer Kulturpolitik gebrandmarktâ,cite-ref-6[6] gleichzeitig aber durch seine Publikationen und Veröffentlichungen in der Tagespresse auch ĂŒber die Landesgrenzen hinaus bekannt. WĂ€hrend einige Ruinen vor dem Abriss gerettet werden konnten, war in anderen FĂ€llen Löfflers BemĂŒhen aussichtslos.
Löffler setzte sich unter anderem fĂŒr den Erhalt des Dresdner Alberttheaters ein, das er als eines der wenigen erhaltenen Bauwerke des spĂ€ten 19. Jahrhunderts und damit âals Belegâ fĂŒr die Architektur dieser Zeit begriff.cite-ref-7[7] Das Theater, dessen AuĂenmauern 1945 erhalten geblieben waren, wurde bis 1950 abgetragen.
Als Vertreter des Hochbauamtes der Stadt Dresden 1952 kurzfristig ĂŒber die Sprengung des nahezu unversehrten Turms der Johanneskirche entscheiden wollten, nahm Löffler ungefragt an der Beratung teil und legte sofort Protest gegen die Sprengung ein. Er wurde am folgenden Tag offiziell unter anderem vom Landesdenkmalamt und dem Landeskirchenamt sowie dem Architekten Wolfgang Rauda formuliert und die geplante Sprengung daraufhin ausgesetzt.cite-ref-8[8] Weil â unter anderem â das Landeskirchenamt die Kosten fĂŒr eine Instandhaltung des Kirchturms nicht ĂŒbernehmen konnte, wurde der Turm der Johanneskirche Anfang April 1954 gesprengt.
Löffler sah die Aufgabe der Denkmalpflege darin, âdie ĂŒberlieferten kĂŒnstlerischen Werte möglichst ausdrucksvoll zur anschaulichen Wirkung zu bringenâ.cite-ref-9[9] Dies bedeutete den Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung von Bauten in ihrem ursprĂŒnglichen Zustand frei von modernen ErgĂ€nzungen. Daher stellte sich Löffler zum Beispiel auch gegen eine Wiederherstellung des Inneren der Dresdner Kreuzkirche in der neubarock-jugendstiligen Fassung, die die Kirche ab 1900 erhalten hatte.
Das Christliche Denkmal
Fritz Löffler war Initiatorcite-ref-10[10] und erster Herausgeber der Reihe Das Christliche Denkmal im Union Verlag Berlin. In dieser als Sammelwerk in Einzelheften ĂŒber kirchliche Baukunst konzipierten Reihe erschienen von 1953 bis 1990 136 BĂ€nde, die nicht bloĂ KirchenfĂŒhrer waren, sondern kleine Monographien ĂŒber Stadt-, Kloster-, Dom-, Stifts- und SchloĂkirchen.cite-ref-11[11]
Wirken als Chronist und âDas alte Dresdenâ
Löffler gilt mit Werken wie Das alte Dresden und Der Zwinger als âChronist Dresdner Kunstgeschichteâ.cite-ref-12[12]
Löfflers Hauptwerk Das alte Dresden erschien erstmals 1955 und wurde 2006 zum 16. Mal aufgelegt. Angeregt wurde die Entstehung des Buches vom Institut fĂŒr Theorie und Geschichte der Baukunst, einer Abteilung der Deutschen Bauakademie (Ost). FĂŒr die Bebilderung sollte der Maler und Fotograf Edmund Kesting sorgen. UrsprĂŒnglich waren allerdings mehrere Autoren vorgesehen, um einen Abriss der Baugeschichte Dresdens unter âBerĂŒcksichtigung des Zusammenhanges mit der Volkskulturâ zu erstellen. Der fĂŒr dieses Vorhaben hinzugezogene Sachsenverlag in Dresden hatte allerdings schnell Bedenken, als sich zeigte, dass Löffler der alleinige Autor des Buches sein wĂŒrde und meldete nach Berlin, dass Löffler zwar fachlich sicher ausgezeichnete Arbeit machen werde, man seine âschriftstellerische Arbeitâ dann aber werde ârecht sorgfĂ€ltig kontrollierenâ mĂŒssen. Die Zusammenarbeit mit Kesting zerschlug sich, Landesdenkmalpfleger Joachim Uhlitzsch zog seine UnterstĂŒtzung zurĂŒck und so nahm Fritz Löffler die Aufgabe allein in die Hand. Das Institut fĂŒr Theorie und Geschichte der Baukunst unterstĂŒtzte das Projekt aber nachdrĂŒcklich und betonte gegenĂŒber dem PrĂ€sidenten der Bauakademie auch den möglichen Verkauf in Westdeutschland. So schloss der Sachsenverlag am 8. MĂ€rz 1955 mit Löffler einen Vertrag als Alleinautor.cite-ref-wenzkat-13-0[13]
Mit kollegialer Hilfe durch Denkmalpfleger und der UnterstĂŒtzung der Deutschen Fotothek konnte Löffler, der auch die Auswahl des Bildmaterials ĂŒbernommen hatte, das Buch noch im gleichen Jahr fertigstellen. Gedruckt wurden 17.000 Exemplare, 20.000 waren ursprĂŒnglich geplant gewesen. Insbesondere in Dresden stieĂ das Buch auf groĂes Interesse und so wurde bereits 1956 eine zweite Auflage mit 13.000 Exemplaren veröffentlicht. Von offizieller Seite wurde zwar die fachliche QualitĂ€t des Werkes gewĂŒrdigt, zugleich aber wurde Löffler vorgeworfen, eine nur âformal-wissenschaftliche Untersuchungâ abgeliefert zu haben, die ânicht in der Lage ist, [âŠ] tiefergehend das Problem des Zusammenhangs dieser Fakten mit der gesellschaftlichen Entwicklungâ darzustellen.cite-ref-wenzkat-13-1[13] Der Dresdner Parteileitung fehlte in Löfflers Buch eine Anklage gegen âdie Kriegsbrandstifter, die in Westdeutschland heute die AtomaufrĂŒstung betreiben.âcite-ref-14[14]
Trotz dieser Kritik konnte Das alte Dresden 1958 mit einer neuen Auflage erscheinen, erweitert von 411 auf 426 Seiten. Erst vor Veröffentlichung der vierten Auflage 1962 gab es ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen dem Verlag und der SED-gelenkten Zentralen Druckerei-, Einkaufs- und Revisonsgesellschaft, die kein Papier mehr fĂŒr den Druck zur VerfĂŒgung stellen wollte. Sowohl der Verlag als auch Löffler beschwerten sich beim in den Vorgang nicht eingeweihten Ministerium fĂŒr Kultur, so dass die vierte Auflage doch noch erscheinen konnte. Der Sachsenverlag gab dann die Publikation ab an den VEB E. A. Seemann, Buch- und Kunstverlag Leipzig, der 1966 die fĂŒnfte Auflage in Druck gab.cite-ref-wenzkat-13-2[13] Diese Auflage erschien, obwohl die Dresdner Politik unter BĂŒrgermeister Weidauer Löfflers Werk als âder Kulturpolitik der Stadt schĂ€dlich bezeichnet hatte.âcite-ref-glaser-3-1[3]
Nach einer langen Pause, die auch mit Löfflers schwieriger Zusammenarbeit mit dem Verlag zu tun hatte â der Lektor schrieb spĂ€ter von handschriftlichen und in vielen Einzellieferungen zugeschickten Manuskriptteilen â konnte 1982 eine Auflage von 25.000 Exemplaren erscheinen. Davon waren 40 Prozent fĂŒr den Export bestimmt. Löffler hatte keine ZugestĂ€ndnisse bezĂŒglich der Aufnahme sozialistischer Formeln gemacht. So konstatierte ein Verlagsgutachten zur sechsten Auflage: âUnerfĂŒllt musste freilich der Wunsch bleiben, dass der Autor in den gesamtgesellschaftlichen Rahmen [âŠ] auch bestimmte Aussagen ĂŒber wirtschafts- und sozialgeschichtliche Tatsachen und Entwicklungen eingebaut hĂ€tte.âcite-ref-wenzkat-13-3[13]
Im Jahr 1990 erschien die zehnte Auflage des âalten Dresdenâ, bis 2006 wurde das Buch sechs weitere Male aufgelegt. Die nach dem Tode Löfflers erschienenen Auflagen wurden lediglich um ein Verzeichnis umbenannter StraĂen erweitert, die Chronik nur um die jĂŒngste Geschichte der beschriebenen Bauten ergĂ€nzt. Ansonsten blieb sein Werk selbst im Literaturverzeichnis unverĂ€ndert. Der sĂ€chsische Landeskonservator Gerhard Glaser begrĂŒndete das so:
âSein Buch ĂŒber das alte Dresden ist ein StĂŒck seines Lebens und ist selbst zum Monument geworden. [âŠ] Weil mit diesem Buch gelungen ist, nicht nur die Asche zu bewahren, sondern die Flamme weiterzureichen, wie es Ricarda Huch im Blick auf den Umgang mit Geschichte einmal formuliert hat, sollte es nunmehr unverĂ€ndert bleiben â so wie es uns sein Autor hinterlieĂ.âcite-ref-15[15]
Politische Auseinandersetzungen
Besonders Löfflers Einsatz fĂŒr den Erhalt der Sophienkirche brachte ihn in Konflikt mit den sozialistischen Machthabern. Vor allem in OberbĂŒrgermeister Walter Weidauer hatte sich Löffler einen Feind geschaffen, der ihn öffentlich diskreditierte. Auf der 4. Sitzung der Stadtleitung der SED Dresden 1958 griff Weidauer Löffler persönlich an:
âAuf der einen Seite spricht man von der Wiederherstellung aller Kirchen und niemand sollte dagegen etwas wagen, dass es nicht realisiert wird. GegenwĂ€rtig gibt es eine ganze Menge von Genossen, welche leider die Sache immer wieder unterstĂŒtzen. Auch Herr Löffler ist einer von denen, welcher radikal alles der Arbeiterklasse verweigern möchte.â
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Walter Weidauer 1958
Löffler verstÀndigte 1959 das Landeskirchenamt vom unmittelbar bevorstehenden Abbruch der Sophienkirche, der durch eine Protestnote an das Stadtbauamt zunÀchst verhindert werden konnte. Trotz auch internationaler Proteste wurde die Sophienkirche in den Jahren 1962/1963 abgetragen.
Weidauer, von dem der Satz âDas sozialistische Dresden braucht weder Kirchen noch Barockfassadenâ ĂŒberliefert ist,cite-ref-17[17] und Löffler waren ab den spĂ€ten 1940er-Jahren in Auseinandersetzungen verwickelt, so griff Weidauer Löffler unter anderem 1958 wĂ€hrend einer Stadtverordnetenversammlung an. Löffler hatte 1957 seinen Aufsatz 250 Jahre Dresdner GemĂ€ldegalerie veröffentlicht, in dem er Hubert Ermisch fĂŒr seinen Einsatz um den Erhalt des Semperbaus dankte, da âder ausgebrannte Bau, ein Begriff fĂŒr die Kunstfreunde der Welt, [âŠ] unter Verkennung seiner Bedeutung der Spitzhacke geopfert werden [sollte]â.cite-ref-widerstand-18-0[18] Weidauer bezeichnete die Aussage Löfflers als âVerleumdung[, die] sich nur gegen den neuen Staat und seine Leitung und gegen damalige sowjetische MilitĂ€radministration richten. Kein wahres Wort ist an der Sache.âcite-ref-widerstand-18-1[18] Heutige Erkenntnisse geben Löffler in der Sache selbst recht, der sich damals wegen EhrkrĂ€nkung an Otto Grotewohl wandte. Weidauer wurde zu einer Stellungnahme aufgefordert. Er berichtete, Löffler habe sich abfĂ€llig ĂŒber den Wiederaufbau Dresdens geĂ€uĂert und unter anderem gesagt, dass die Amerikaner Dresden zerstört und die âneuen Herrenâ Dresden jedoch vernichtet hĂ€tten.cite-ref-widerstand-18-2[18] Löffler musste sich einer mehrstĂŒndigen Aussprache im Dresdner Rathaus stellen, wo er bedauerte, missverstanden worden zu sein, und dies auch schriftlich sowieso spĂ€ter vor dem Bezirkstag und vor einer Belegschaftsversammlung wiederholen musste. Er sah darin eine von Anfang an geplante âHerabwĂŒrdigung meiner Personâ und resĂŒmierte im Juni 1958:
â[Ich werde] stundenlang verhört, bedrĂŒckt, deprimiert, und meine Arbeit wird öffentlich herabgesetzt. Ich bin nur noch ein verstimmtes Instrument. Mein Gesundheitszustand ist durch die monatelangen Aufregungen so geschwĂ€cht, dass ich nicht weiĂ, wie lange ich ĂŒberhaupt noch arbeiten kann. Unter solchen UmstĂ€nden ist eine Existenz als verantwortungsbewuĂter Mensch nur schwer zu fĂŒhren.â
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Fritz Löffler, Juni 1958
Die letzte öffentliche Kontroverse zwischen Weidauer und Löffler fand 1966 im Zusammenhang mit Löfflers Buch Das alte Dresden statt. Auch unter OberbĂŒrgermeister Gerhard Schill wurde Löffler öffentlich angegriffen. Die Auseinandersetzungen mit Weidauer endeten erst mit dessen Tod im Jahr 1986, den Löffler mit dem Kommentar âMein Erzfeind ist hinâ zur Kenntnis nahm.cite-ref-widerstand-18-4[18]
WĂŒrdigung
Im Jahr 1993 wurde die Dresdner Juri-Gagarin-StraĂe in Fritz-Löffler-StraĂe umbenannt. Löffler wurde in Dresden zudem Namensgeber des Fritz-Löffler-Platzes und des 2007 aufgelösten Fritz-Löffler-Gymnasiums. StraĂe, Platz und Schule liegen in der Dresdner SĂŒdvorstadt, in der sich noch heute Löfflers ehemaliges Wohnhaus befindet. In der Tageszeitung âDresdner Neueste Nachrichtenâ wurde er im Jahre 2000 zu einem der â100 Dresdner des 20. Jahrhundertsâ gewĂ€hlt.cite-ref-19[19]
Darstellung Löfflers in der bildenden Kunst (Auswahl)
⹠Sigrid Artes: Dr. Löffler auf seinem letzten Krankenlager (Lithografie, 1988)cite-ref-20[20]
⹠Otto Dix: Dr. Fritz Löffler (Lithografie)cite-ref-21[21]
⹠Ernst Hirsch: Dr. Fritz Löffler am Schreibtisch in seiner Wohnung (Fotografie, 1979; im Bestand des Dresdener Kupferstich-Kabinett)cite-ref-22[22]
⹠Bernhard Kretzschmar: Bildnis Dr. Löffler (Tafelbild)cite-ref-23[23]
⹠Horst Leifer: Bildnis Fritz Löffler (Mischtechnik auf Hartfaser, 85 à 66,5 cm, 1983; Galerie Neue Meister Dresden)cite-ref-24[24]
⹠Hans Theo Richter: Dr. Löffler (Kreidezeichnung, 1969)cite-ref-25[25]
âą Charlotte Sommer-Landgraf: Fritz Löffler (PortrĂ€t-BĂŒste, Bronze, Höhe: 38 cm, 1985, Skulpturensammlung Dresden)cite-ref-26[26]
Veröffentlichungen (Auswahl)
âą 1928: Das epische Schaffen Eduard v. Keyserlings (= Dissertation)
⹠1936: Das Körnerhaus in Dresden
⹠1938: SÀchsische Köpfe im zeitgenössischen Bild (mit Gert Adriani und Franz Schubert)
âą 1951: Schloss und Park Pillnitz
âą 1955: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten (17. Auflage 2012)
âą 1957: Der Zwinger: ein Denkmal des Dresdner Barock
âą 1959: Josef Hegenbarth
âą 1960: Otto Dix. Leben und Werk
âą 1964: Hans JĂŒchser: Bildnis eines KĂŒnstlers
âą 1968: Dresdner Bilderbuch (Illustrationen von Ernst Hassebrauk)
âą 1971: Ida Bienert und ihre Sammlung
âą 1972: Dresden, so wie es war
âą 1973: Die Stadtkirchen in Sachsen
âą 1976: Die Kreuzkirche zu Dresden
âą 1976: Der Zwinger in Dresden (5. Auflage 2004)
âą 1978: Dresden (Stadtkreis). In: Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Eine Dokumentation der SchĂ€den und Totalverluste auf dem Gebiet der DDR. Hrsg. Götz Eckardt. Henschelverlag, Berlin 1978. Band 2. S. 372â443
âą 1979: Ernst Hassebrauk (1905â1974)
âą 1979: Hans Theo Richter, Zeichnungen
âą 1979: Paul Wilhelm, ein Greizer Maler
âą 1981: Otto Dix 1891â1969. Ćuvre der GemĂ€lde
âą 1984: Die Frauenkirche zu Dresden (Neubearb.)
âą 1985: Bernhard Kretzschmar
⹠1986: Otto Dix. Bilder zur Bibel und zu Legenden, zu VergÀnglichkeit und Tod
âą 1986: Otto Dix und der Krieg
âą 1987: Johannes Beutner. Reihe Maler und Werk.
Literatur
⹠Fritz Löffler. In: Folke Stimmel, Reinhardt Eigenwill u. a.: Stadtlexikon Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 1994, S. 260.
âą Elisabeth HĂŒtter: Fritz Löffler (1899â1988). In: Denkmalpflege in Sachsen 1, 1997, S. 39â46.
âą Sigrid Walther (Hrsg.): Fritz Löffler 1899â1988. Ein Leben fĂŒr Kunst und Denkmalpflege in Dresden. Sandstein, Dresden 1999, ISBN 3-930382-31-8.
âą Liane Burkhardt: Fritz Löffler (1899â1988). In: Kunstchronik 53, 2000, S. 150â152.
⹠Kurzbiografie zu: Löffler, Fritz. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
⹠Harry Waibel: Diener vieler Herren. Ehemalige NS-FunktionÀre in der SBZ/DDR. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-63542-1, S. 204.
Weblinks
Commons
: Fritz Löffler
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Literatur von und ĂŒber Fritz Löffler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Nachlass von Fritz Löffler in der SĂ€chsischen Landesbibliothek â Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek Dresden
Einzelnachweise
cite-note-11. â Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/26211431
cite-note-22. â Sigrid Walther (Hrsg.): Fritz Löffler 1899â1988. Ein Leben fĂŒr Kunst und Denkmalpflege in Dresden. Sandstein, Dresden 1999, ISBN 3-930382-31-8, S. 155, 161.
cite-note-glaser-33. â Zitiert nach: Gerhard Glaser: Vorwort zur 14. Auflage von Das alte Dresden. Leipzig 1999.
cite-note-44. â 45 Jahre Dresdener Graphikmarkt. In: Pirckheimer-Blog, 28. Mai 2021
cite-note-55. â Zitiert nach: Meyers Taschenlexikon Schriftsteller der DDR. Leipzig 1974, S. 651.
cite-note-66. â Ingrid Wenzkat: Dialog von Welt und Geist? Dem Denkmalpfleger und Kunsthistoriker Fritz Löffler zum 100. Geburtstag. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 11./12. September 1999.
cite-note-77. â Matthias Lerm: Abschied vom alten Dresden. Hinstorff, Rostock 2000. S. 82.
cite-note-88. â Matthias Lerm: Abschied vom alten Dresden. Hinstorff, Rostock 2000, S. 161.
cite-note-99. â Vgl. Matthias Lerm: Abschied vom alten Dresden. Hinstorff, Rostock 2000, S. 276, FN. 28.
cite-note-1010. â Uwe Grelak, Peer Pasternack: Parallelwelt: Handbuch Konfessionelles Bildungswesen in der DDR. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2019, ISBN 978-3-374-06046-7, S. 422
cite-note-1111. â Siehe die Rezension in der Theologischen Literaturzeitung 1975, Sp. 293â297
cite-note-1212. â Fritz Löffler. In: Folke Stimmel, Reinhardt Eigenwill et al.: Stadtlexikon Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 1994, S. 260.
cite-note-wenzkat-1313. â Ingrid Wenzkat: Fritz Löffler: âDas alte Dresdenâ. Zur Wirkungsgeschichte eines Buches. In: Holger Starke (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dresden. Band 3: Von der ReichsgrĂŒndung bis zur Gegenwart. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1928-1, S. 629â634.
cite-note-1414. â Peter Carstens: Die zweite Zerstörung Dresdens. Nach den Bomben kamen die Ideologen. Parteidiktatur gegen BĂŒrgertum. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. Februar 2000, S. Bilder und Zeiten, Seite I.
cite-note-1515. â Zitiert nach: Gerhard Glaser: Vorwort zur 14. Auflage von Das alte Dresden. Leipzig 1999. Das hier von Glaser Ricarda Huch zugeschriebene sinngemĂ€Ăe Zitat stammt allerdings nicht von ihr, sondern im Original von dem französischen Sozialisten Jean JaurĂšs.
cite-note-161. Matthias Lerm: Abschied vom alten Dresden. Hinstorff, Rostock 2000, S. 183.
cite-note-1717. â Astrid Pawassar: Dresdens Weg: Wie damals, nur schöner. In: Das Parlament. Ausgabe 17/18, 16. April 2007.
cite-note-widerstand-1818. â Zitiert nach: Der Widerstand des Einzelnen. Fritz Löffler contra Walter Weidauer. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 8./9. Februar 1992, S. 21.
cite-note-1919. â 100 Dresdner des 20. Jahrhunderts. In: Dresdner Neueste Nachrichten. Dresdner Nachrichten GmbH & Co. KG, Dresden 31. Dezember 1999, S. 22.
cite-note-2020. â Sigrid Artes "Dr. Löffler" (kunstshop-kuehl.de)
cite-note-2121. â Dr. Fritz Löffler (Kunsthistoriker) | Otto Dix | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex
cite-note-2222. â Dr. Fritz Löffler am Schreibtisch in seiner Wohnung | Ernst Hirsch | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex
cite-note-2323. â Bildnis Dr. Löffler | Bernhard Kretzschmar | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex
cite-note-2424. â SKD | Online Collection. Abgerufen am 19. Februar 2022.
cite-note-2525. â Dr. Löffler (Fritz Löffler) | Hans Theo Richter | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex
cite-note-2626. â SKD | Online Collection. Abgerufen am 14. Juni 2022.